Gehälter Einkäufer: So führen Sie zielführende Gehaltsverhandlungen
In vielen Unternehmen stellt der Einkauf eine wichtige Position mit hoher Bedeutung dar. Denn nur wenn kostengünstig eingekauft wird, kann ein Unternehmen wirtschaftlich arbeiten und optimale Gewinne erzielen.
Daher tragen Einkäufer in Unternehmen aller Branchen eine hohe Verantwortung. Die Aufgaben eines Einkäufers liegen in der Auswahl von Lieferanten, Vertragsverhandlungen, Kommunikation mit Lieferpartnern sowie der Weiterleitungen der beschafften Ware an die Bereiche Produktion und Vertrieb.
So soll der reibungslose Ablauf des Einkaufs garantiert werden. Für die anspruchsvollen Aufgaben sollte ein Einkäufer kommunikativ und teamfähig sein, über fundierte kaufmännische Kenntnisse verfügen und in den meisten Firmen auch Fremdsprachenkenntnisse aufweisen. Aber auch ein sicherer Umgang mit Zahlen, Durchsetzungsvermögen und analytisches Denkvermögen können für einen Einkäufer von Vorteil sein.
Doch wie wird die Arbeit des Einkäufers entlohnt?
Mit welchen Gehältern können Einkäufer rechnen? Welche Faktoren spielen beim Gehalt eine Rolle?
Gute Nachrichten erst einmal vorweg: Die Gehälter von Einkäufern steigen aktuell wie die Gehaltsstudie 2010 des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) zeigt. Im Jahr 2010 verdienten Einkäufer in Deutschland deutlich mehr als noch im Jahr zuvor. Schlechte Nachrichten gibt es vor allem für Frauen. Einkäuferinnen verdienen fast überall nachwievor weniger als ihre männlichen Kollegen.
Ein wichtiger Faktor für die Höhe vom Gehalt eines Einkäufers ist seine Personalverantwortung. Einkaufsleiter verdienen im Vergleich deutlich mehr Gehalt. Positiv auf das Gehalt wirkt sich darüber hinaus die Betriebsgröße des Unternehmens aus. Generell lässt sich sagen: Je größer ein Betrieb, umso mehr verdienen die Einkäufer. Allerdings sind die geringsten Durchschnittsgehälter in mittleren Unternehmen mit 51 bis 100 Angestellten zu verzeichnen. In noch kleineren Betrieben mit bis zu 50 Mitarbeitern verdienen die Einkäufer wieder mehr.
Entscheidend für die Gehälter von Einkäufern ist auch der Standort des Unternehmens. Von Bundesland zu Bundesland gibt es große regionale Unterschiede in Bezug auf das durchschnittliche Bruttoeinkommen. Durchschnittlich verdient man im Saarland mit 3.482 Euro durchschnittlichem Brutto-Gehalt und in Hamburg mit 3.491 Euro als Einkäufer am besten, in den Bundesländern Sachsen und Thüringen sind mit unter 2.350 Euro die Brutto Gehälter für Einkäufer im Durchschnitt am niedrigsten.
Die Gehälter für Einkäufer werden zunehmend durch erfolgsabhängige Vergütungen und Prämien ergänzt. Dabei stieg in den letzten Jahren nicht nur die Anzahl derer, die eine Prämie ausgezahlt bekommen, sondern auch die Höhe der Prämien selbst. Durch solche zusätzlichen Leistungen soll die wichtige strategische Rolle des Einkaufs in Unternehmen betont werden. Erfolgsabhängige Vergütungen können in unterschiedlichster Form auftreten. Besonders beliebte Formen sind Gewinnbeteiligungen, Bonuszahlungen, Prämien, Tantiemen und Sonderzahlungen.
Gehälter Einkäufer: So führen Sie zielführende Gehaltsverhandlungen
Richtig fordern und "Erfolge verkaufen" - Der Wertbeitrag Ihrer Arbeit ist der Dreh- und Angelpunkt
Viele Faktoren führen zu einer erfolgreichen Gehaltsverhandlung. Die wichtigste aller Fragen, die sie sich selbst stellen müssen, bleibt die nach dem Wert Ihrer Arbeit. Fragen sie sich einfach, wie viel sie dem Unternehmen im aktuellen Jahr als Ergebnis gebracht haben. Und ob Ihr Gehalt als Einkäufer dies adäquat wiederspiegelt. Das kann zum einen durch besonders gute Verhandlungen mit Lieferanten entstanden sein oder auch durch veränderte Prozesse mit geringeren Kosten.
Der Zeitpunkt
Doch nur zu wissen, dass Sie mehr reinholen als Ihr Gehalt als Einkäufer das Unternehmen kosten, reicht leider nicht aus. Sie müssen sich selbst und die erzielten Erfolge auch richtig verkaufen. Es beginnt schon damit, den richtigen Zeitpunkt zu wählen. Vereinbaren Sie mit Ihrem Chef einen Termin, bei dem klar ist, worüber Sie mit ihm sprechen wollen. Doch fallen Sie nicht gleich mit der Tür ins Haus und nennen den Termin "Gehaltserhöhung". Gehen Sie geschickter, diplomatischer vor und bitten Sie um ein Entwicklungsgespräch.
Zur richtigen Wahl des Termins fragen Sie sich einfach einmal selbst, wann Sie - wenn Sie in der Lage Ihres Chefs wären - am liebsten mit Ihren Mitarbeitern in solches Gespräch führen würden. Wohl kaum am Montagmorgen um 7.30 Uhr, eine halbe Stunde vor der wöchentlich stattfinden Abteilungsleiter-Runde. Aber bestimmt auch nicht gerade am Freitagnachmittag, wo Sie schon mit den Gedanken halb im Wochenende sind.
Praxis-Tipp "Gehälter Einkäufer": Wählen Sie einen Termin möglichst Mitte der Woche am späten Morgen oder frühen Nachmittag und achten Sie auf Ihre Leistungskurve und die Ihres Chefs.
Die Höhe der Forderung
Wie viel ist nun realistisch zu fordern? Zunächst muss Ihnen klar sein, warum sie ausgerechnet jetzt ein größeres Stück vom Kuchen bekommen wollen. Haben Sie vielleicht gerade ein hervorragend abgeschlossenes Projekt hinter sich gebracht und sind in aller Munde, oder ist der aktuelle Verhandlungsabschluss der Grund für eine 3%ige Ergebnissteigerung des Unternehmens? Was auch immer es sein mag, ein Grund sollte vorhanden und vor allem abgeschlossen sein. Es nützt ihnen nichts über ein neues Gehalt zu pokern, wenn das für das Unternehmen bedeutungsvolle Projekt noch nicht beendet ist. Was passiert, wenn es doch noch ins Wasser fällt?
Sie müssen vorher gründlich recherchieren:
- Wie viel wird in anderen Firmen ihrer Branche und in Ihrer Position gezahlt?
- Wie sehen die Gehälter von Einkäufern im regionalen Gehaltgefüge aus?
- Wie viel kann ich fordern, ohne dabei jeglichen Rahmen zu sprengen?
Beachten Sie: Sie können davon ausgehen, dass Sie generell mehr Geld bekommen, wenn Sie den Arbeitgeber wechseln. Wollen Sie aber im Unternehmen bleiben, dann müssen Sie den erbrachten Mehrwert Ihrer Arbeit in bare Münze umwandeln, und zwar mehr als nur die tarifübliche jährliche Erhöhung.
Der Chef sagt "NEIN"
Sie kennen sicher auch den Spruch "Love it, change it or leave it". Nicht verkehrt ist der Spruch, wenn Sie bisher gerne in Ihrem Job in Ihrer Firma gearbeitet haben, nun aber der Zeitpunkt eines Wechsels bevorsteht, weil Sie sowohl hinsichtlich Aufgabe und Position, aber auch vor allem bei Ihrem Gehalt als Einkäufer nicht mehr weiter kommen.
Gehaltsvorstellung in der Bewerbung
Sie suchen sich eine neue Aufgabe und stehen vor der Bewerbung. Nicht selten wird im Stellengesuch um die Angabe einer Gehaltsvorstellung in der Bewerbung gebeten. Hier trennt das Unternehmen bereits die Spreu vom Weizen. Ist das Wunschgehalt z. B. deutlich zu hoch und passt dann der Werdegang zusätzlich nicht zu der Gehaltshöhe, kann es schon möglich sein, dass Sie gar nicht erst eingeladen werden.
Praxis-Tipp "Gehälter Einkäufer": Die Ausgaben hierfür sind steuerlich absetzbar.
Diese Analyse zeigt Ihnen auf Basis Ihrer Angaben Ihre persönliche Gehalts- und Qualifikationsanalyse. Das Ergebnis nennt Perspektiven und Potenziale und gibt Ihnen Tipps zur erfolgreichen Gehaltsverhandlung. Mit diesem Wissen um Ihre Möglichkeiten und Ihr Potenzial können Sie nun viel leichter das Bewerbungsschreiben mit realistischen Zahlen anfertigen.
Der Spannweiten-Trick
Doch auch hier gibt es Möglichkeiten, geschickt ein wenig mehr zu bekommen. Bei Ihrem Gehaltswunsch können Sie auch mit einer Bandbreite arbeiten, wobei Sie Ihren Mindestwert als unterste Grenze annehmen können. Kommt es nun zum Bewerbungsgespräch und zur Gehaltsfrage, haben Sie genügend Spielraum, ein gutes Ergebnis zu erzielen. Man wird in den seltensten Fällen an die oberste Grenze gehen und erst recht nicht von Anfang an. Versucht man Sie nun runter zu handeln, sollten Sie in umgekehrter Richtung dagegenhalten.
Beachten Sie: Sie geben in dieser Situation Ihre "Verhandlungs-Visitenkarte" ab.
Weichen Sie daher nicht zu sehr von Ihrem Ziel ab. Das Fixgehalt ist nicht alles, aber ohne ein anständiges Fixgehalt ist alles andere nichts. Um an Ihre oberste Gehaltsgrenze zu kommen, können Sie auch eine variable Komponente anbieten. Vielleicht kann ein weiterer Teil nach bestandener Probezeit gezahlt werden, wenn Sie Ihr Können unter Beweis gestellt haben. Das Thema Gehalt auf bestimmte Zeiten zu schieben, ist ein probates Mittel, nicht sofort die Börse öffnen zu müssen, aber trotzdem das Wunschgehalt zu erreichen. So kann es sein, dass Sie einen Dreijahresplan als Gehaltsvorschlag bekommen, an dessen Ende Ihr oberstes Zielgehalt steht.
Praxis-Tipp: Fixieren Sie auf jeden Fall Ihre Gehaltserhöhungen vertraglich. Dies ist ein Schutz davor, dass sich im Folgejahr niemand mehr daran erinnert, insbesondere dann, wenn der Vorgesetzte nicht mehr da ist, mit dem der Vertrag geschlossen wurde.
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