Global Sourcing

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Global Sourcing - Lesen Sie über Vor- und Nachteile

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Global Sourcing in China

Wann sich Global Sourcing lohnt, und was Sie vorher unbedingt klären müssen

Ihr Chef kommt von einem Meeting bei der IHK zurück. Einerseits froh gelaunt, andererseits zweifelnd, ob seine Einkäufer wirklich alle Marktchancen nutzen. "Hey Einkauf - ich habe gerade von einem Geschäftsfreund gehört, Kunststoffteile können Sie in China wesentlich billiger einkaufen. Warum machen wir das nicht auch schon? Haben Sie Ihr Ohr denn nicht am Markt? - Also los, auf nach China! Es darf aber auch gern Polen, Tschechien oder Rumänien sein."

Als Einkäufer haben Sie zunächst einmal schlechte Karten, es sei denn, Sie haben Ihre Hausaufgaben bereits gemacht und können aus dem Stand den Beweis antreten, dass Sie Ihre Augen und Ohren sehr wohl am Markt und die Option des Global Sourcings in China bereits geprüft haben.

Klar, die Lohnkosten sind in China niedrig, niedriger als in Osteuropa. Insofern müsste sich Global Sourcing in China doch eigentlich lohnen. Es könnte auch Malaysia, Thailand, Indien oder Vietnam sein. Die Löhne liegen dort weit unter den europäischen.

Allerdings können Sie das nicht vergleichen, ohne die Produktivität, die Leistung pro Arbeitsstunde, zu berücksichtigen. Doch bevor Sie so weit sind, müssen Sie erst einmal einige Vorüberlegungen anstellen.

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Wollen Sie das Produkt überhaupt außer Haus fertigen lassen?
Die grundsätzliche Frage ist die nach Eigenfertigung oder Fremdbezug.
Geht es nur darum, eigene Kapazitätsengpässe auszugleichen, ist die Frage einfach zu beantworten. Unter der Voraussetzung, dass es sich um kein Teil handelt, für dessen Fertigung Ihr ganz spezielles Wissen erforderlich ist, also etwas, was Sie von Ihren Wettbewerbern abgrenzt, ist eher Eigenfertigung angesagt. Wollen Sie beispielsweise Teile in China fertigen lassen, sollten Sie keine kompletten Baugruppen anfragen, sondern nur Einzelteile von Baugruppen. Dabei dürfen Sie nicht preisgeben, welche Funktion die einzelnen Teile haben. Suchen Sie Lieferanten für die Einzelteile und fragen Sie jedes einzelne Teil an. Die Montage machen Sie selbst oder gehen damit beispielsweise in ein osteuropäisches Land.

Handelt es sich um neue Technologien und Verfahren, müssen Sie ebenfalls Ihren Wettbewerbsvorsprung sichern. Im Zweifel geht hier der strategische Wettbewerbseffekt vor. Eine andere Frage ist, ob Sie beispielsweise komplette Technologien oder Verfahren außer Haus fertigen wollen. Hier gelten die gleichen strategischen Entscheidungsgrundlagen.

Sind die Mengen Global Sourcing-fähig?
Für osteuropäische Märkte sollte es mindestens eine Palette sein, für asiatische Märkte schon ein Container, um Global Sourcing-fähig zu sein. Es hängt natürlich vom Produkt ab. Bei sehr hochwertigen Gütern kann der teure Transport per Luftfracht trotzdem lukrativ sein. Berücksichtigen Sie also stets die Mengen und den Wert des Produktes oder der Produkte.

Auch der Bedarfsrhythmus ist mit entscheidend. Geht es um einen einmaligen Bedarf, einen regelmäßigen Bedarf, einen saisonalen Bedarf oder benötigen Sie das Material Just-in-Time? Ist Letzteres der Fall, müssen Sie ausreichende Pufferlager schaffen, um nicht durch unvorhergesehene Störungen in der Lieferkette Probleme in Ihrer Produktion zu bekommen. Sie können diese Lager selbst vorhalten oder einen Logistikdienstleister beauftragen, der diese Zwischenlagerung für Sie vornimmt.

Line-to-Line aus China funktioniert nicht, auch nicht bei Großkonzernen, die behaupten, dass sie das im Griff hätten. Schauen Sie hinter die Kulissen, finden Sie das Lager beim Logistikdienstleister. Nehmen Sie nur als Beispiel, dass derzeit die Hafenkapazitäten in Shanghai nicht ausreichen, den gesamten Güterverkehr termingerecht abzuwickeln. Dadurch haben Sie Lieferverzögerungen von bis zu 3 Wochen, die das Global Sourcing erschweren.

Sie könnten auf die Transsibirische Eisenbahn ausweichen. Dies funktioniert aber nicht kurzfristig. Bliebe Ihnen noch die Luftfracht. Müssen Sie diesen Weg gehen, sind Ihre Einsparungen für einen längeren Zeitraum praktisch im Kondensstreifen davongeflogen. Sie müssen also Kosten für zusätzliche Lagerung in Ihre Vergleichskalkulation einbeziehen. Dieser Punkt ist weit weniger kritisch, wenn Sie in Mittelosteuropa einkaufen. Hier haben Sie Lkw-Transport, und die möglichen Verzögerungen sind überschaubar. Sie können auch die Lose kleiner wählen. Für die Ermittlung der Losgrößen ziehen Sie z. B. die optimale Bestellmenge heran. Grundsätzlich ermitteln Sie die Mengen und das Dispositionssystem am besten mit einer XYZ-Analyse.

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