Ruhezeiten

Unser Fachinformationsdienst zum Thema Ruhezeiten

Informationen rund ums Thema Lenk- und Ruhezeiten

Sie suchen nach aktuellen Informationen zum Thema Ruhezeiten? Lesen Sie in unserem Fachinformationdienst LogistikManager alles zur Vorschrift (EG) Nr. 561/2006.

Aktuelles zu Lenk- und Ruhezeiten

Schon seit Mai 2006 gelten innerhalb der Europäischen Union eine Reihe von Änderungen bei Lenk- und Ruhezeiten von LKW-Fahrern.

April 2007 wurden die Spielregeln jedoch noch einmal erheblich verschärft. Und diese neuen Regeln haben einige Fußangeln, die Fahrer und Unternehmen leicht in die Falle tappen lassen.

Damit Ihnen und Ihren Fahrern das nicht geschieht, finden Sie hier alle Regeln zu den Lenk- und Ruhezeiten und was Sie in der Praxis besonders beachten müssen.

Die neue Verordnung mit dem prosaischen Namen (EG) Nr. 561/2006 gilt grundsätzlich für die Güterbeförderung mit Fahrzeugen, deren zulässiges Gesamtgewicht 3,5 Tonnen übersteigt. Hierbei ist nicht die Höchstmasse des Zugfahrzeugs maßgeblich, sondern die Gesamtmasse einschließlich Anhänger oder Sattelauflieger.

Konnten Sie als Fuhrparkleiter mit dem alten Regelwerk bei der Einsatzplanung Ihres Fahrpersonals noch recht flexibel sein, so engt diese Vorschrift für Lenk- und Ruhezeiten Sie in Zukunft erheblich mehr ein.

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Die neuen Regeln im Detail für die Lenk- und Ruhezeiten

  • Die täglichen Lenkzeiten betragen maximal 9 Stunden. Nur an 2 Tagen darf ein Fahrer diese Lenkzeiten auf 10 Stunden ausdehnen.

  • Wöchentliche Ruhezeiten sind nach wöchentlichen 56 Stunden Lenkzeiten vorgesehen. Ein Fahrer muss nach 56 Stunden wöchentlicher Lenkzeiten Ruhezeiten nehmen.

    Ruhezeiten sind Zeiten, in dener der Fahrer frei über seine Zeit verfügen kann. Das gilt auch, wenn er dabei im Fahrzeug bleibt.

  • Mehr als 90 Stunden Fahrzeit darf ein Fahrer innerhalb von 2 Wochen nie anhäufen.

  • Ruhezeiten von mindestens 45 Minuten sind nach Lenkzeiten von 4,5 Stunden einzuhalten. Alternativ kann ein Fahrer diese Pause auch auf 15 Minuten gefolgt von einer 30- Minuten-Pause aufteilen.

  • Ist Ihr Fahrer alleine auf Tour, so muss er innerhalb von 24 Stunden Ruhezeiten von 11 zusammenhängenden Stunden einlegen. Allerdings können zwischen 2 Wochenruhezeiten auch maximal 3-mal hintereinander mindestens 9 Stunden Pause eingelegt werden.

  • Bei Zwei-Fahrer-Besatzung muss jeder Fahrer Tagesruhezeiten von mindestens 9 Stunden innerhalb von 30 Stunden nach dem Ende der täglichen oder wöchentlichen Ruhezeiten einlegen. Hier sind keine Aufteilungen oder Verkürzungen gestattet.

  • Wochen-Ruhezeiten: Nach 6 24-Stunden-Tagen müssen Sie Ihrem Fahrpersonal mindestens für 45 Stunden Wochen-Ruhezeiten gönnen. Hier ist es aber erlaubt, auch die angrenzenden Tages-Ruhezeiten hinzuzurechnen!

  • Allerdings gibt es auch in den Lenk- und Ruhezeiten eine Ausnahme: Innerhalb von 2 Wochen dürfen die Wochen-Ruhezeiten einmal auf 24 zusammenhängende Stunden verkürzt werden, wenn innerhalb von 3 Wochen eine gleichwertige Zusatzruhepause, die auf eine andere Ruhezeit von mindestens 9 Stunden folgt, eingelegt wird.

Konnten Sie bei den alten Regeln noch recht flexibel planen, so werden Sie und Ihre Fahrer durch die neue Verordnung bei den Lenk- und Ruhezeiten wesentlich stärker eingeengt. Berücksichtigen Sie dies unbedingt bei Ihrer Routen- und Zeitplanung und fordern Sie Ihre Fahrer zur strikten Einhaltung der Regeln auf.

Ihre Pflichten als Fuhrpark-Verantwortlicher zur Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten

Als Fuhrparkmanager müssen Sie die Arbeit Ihres Fahrpersonals immer so gestalten, dass die Lenk- und Ruhezeiten in jedem Fall eingehalten werden. Dabei ist es egal, ob Ihr Unternehmen ein reiner Verlader, ein Reiseunternehmen, eine Fahrervermittlungsagentur oder auch nur der Beauftrager eines Transports ist.

Vorsicht: Geben Sie niemals Strecken- oder Zeitrahmen vor, die nur unter Verstoß gegen die Ruhezeiten zu erfüllen sind. Sonst stehen Sie und Ihr Unternehmen mit in der Haftung. Das gilt übrigens auch dann, wenn die Verstöße in einem anderen EU-Mitgliedsstaat oder Drittstaat begangen werden.

Die Sanktionspalette der Behörden bei Verstößen gegen die Ruhezeiten reicht bei Unternehmen bis zu einem Zulassungsentzug und bei Fahrern bis zu einem Fahrerlaubnisentzug.

Natürlich müssen Fahr- und Ruhezeiten entsprechend dokumentiert und nachweisbar vorgehalten werden. Grundsätzlich muss der Fahrer diese Dokumentation für die laufende Woche und die vorausgegangenen 15 Tage immer mit sich führen.

Achtung: Ab dem 1. Januar 2008 dehnte sich diese Mitführungspflicht aus. Seitdem gilt nämlich: Mitführung der Dokumentation für den laufenden Tag und die vorausgehenden 28 Tage. Genaueres zu den Mitführungspflichten, der Dokumentation, analogen und digitalen Tachografen finden Sie übrigens in den Ausgaben von FuhrparkManagement aktuell.

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