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Den Bio-Kunststoffen gehört die Zukunft

veröffentlicht am 15.04.2010 unter Einkauf
Innerhalb von 20 Jahren könnte der  Anteil von Bio-Kunststoffen auf 90 % steigen. Das jedenfalls meinen Wissenschaftler der Universität Utrecht/Holland in einer Studie, die der Verband European Bioplastics bei ihnen in Auftrag gegeben hatte. Danach wäre es bis 2030 technisch machbar, dass 90 % aller Kunststoffe nicht mehr aus fossilen, sondern aus nachwachsenden Polymeren hergestellt werden.
Ihren Optimismus schöpfen die Holländer aus den vielen Fortschritten, die bei der Produktion biobasierter Kunststoffe in den letzten 5 Jahren gemacht wurden.

Eine Rechnung mit vielen Unbekannten
Ganz ohne Erdöl wird die Chemiebranche aber auch in ferner Zukunft nicht auskommen. Und so schränken die Wissenschaftler vorsorglich ein: „Biobasierte Kunststoffe werden auch mittelfristig nicht alle fossilen Polymere ersetzen können.“

Die größten Knackpunkte sind:
  • die außerordentlich hohen Produktionskosten, vor allem bei kleinen und mittleren Anlagen,
  • ein niedriger Ölpreis, der eine Umstellung derzeit unwirtschaftlich macht,
  • infrastrukturelle Probleme in einzelnen Herstellerländern.
Obendrein dürfte die Finanz- und Wirtschaftskrise einen dicken Strich durch alle Prognosen gemacht haben. Danach sollten die Produktionskapazitäten biobasierter Kunststoffe von rund 400.000 t im Jahr 2009 auf über 2,30 Mio. t bis 2013 steigen, was einem jährlichen Wachstum von 37 % entspräche.

Finanzklemme und Krise haben aber nicht nur viele Forschungsprojekte auf Eis gelegt, sondern auch viele großtechnische Versuche seitens der Industrie. Mehr zum Thema unter: www.european-bioplastics.org