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Hedging-Strategien für den Einkauf 2012

veröffentlicht am 21.11.2011 unter Einkauf
Hedging (Absichern) ist die Übertragung des Risikos von einem Marktteilnehmer auf einen anderen. Es gibt 2 Möglichkeiten: Verkauf (Short-Hedge) oder Kauf (Long-Hedge).

Die Unterschiede zwischen Short-Hedge und Long-Hedge

Beispiel Short-Hedge

Nehmen wir an, Sie sind ein Silberproduzent. Da Sie Silber physisch (tatsächlich) besitzen, sind Sie „in Cash“ (= Kassa). Sie besitzen eine „Kassa“-Position, die Sie in der Zukunft verkaufen können. Diese Position lässt sich absichern (hedgen), indem Sie eine Short-Position in einem Future für Silber eingehen.

Sie betreiben Shortselling (Leerverkauf). Als Silberminenbesitzer wollen Sie natürlich jede geförderte Unze mit Gewinn verkaufen. Sie wissen, dass Sie bei den heutigen Förderkosten 5 US$ pro Unze (oz) im März 2012 erreichen müssen, um einen Gewinn zu machen. So lässt sich der Silberpreis absichern:
  • Als Silberproduzent sind Sie besorgt, dass der Preis zukünftig fällt. Sie verkaufen deshalb schon heute die Unze für 5 US$ zur Lieferung im März 2012.
  • Heute liegt der aktuelle Spot-Silberpreis bei 4,75 US$/oz. also 0,25 US$/oz unter dem Future-Preis.
  • Sie verkaufen an der Börse „Short“ 10 Kontrakte für die Lieferung von 50.000 oz Silber im März 2012. Sollte der Silberpreis bis März 2012 weiter fallen (z. B. auf 4 US$/oz), erhalten Sie im März 2012 auf jeden Fall 5 US$/oz.
  • Als Short-Hedger haben Sie jetzt 2 Positionen: Sie sind long im Spotmarkt, da Sie das Silber ja tatsächlich besitzen. Zusätzlich sind Sie short im Futures- Markt (die 10 Silber-Kontrakte an der Börse). Dieser Short-Hedge sichert Ihnen als Silberminenbesitzer HEUTE bereits einen Verkaufspreis von 5 US$/oz im März 2012, da der März-Future-Preis HEUTE 5 US$/oz beträgt.
  • Wenn der Silberpreis im März 2012 z. B. auf 4 US$/oz fällt, erhalten Sie trotzdem 5 US$/oz.

„Spot“

Der Begriff „Spot“ kann sich auf 2 Dinge beziehen:
  • auf den Markt, an dem der Future für sofortige Lieferung erhältlich ist. Dies wird auch als „front month“ bezeichnet.
  • auf den Kassamarktpreis eines spezifischen Rohstoffs (hier Silber). Es ist nur ein anderes Wort für „Kassa“.
Erinnern Sie sich: Wenn Sie das Underlying (den zugrunde gelegten Rohstoff) tatsächlich besitzen, sind Sie „im cash“ (= Kassa). Als Silberminenbesitzer sind Sie long im Kassamarkt, weil Sie das Silber ja fördern. Da Kassa- und Futures-Preise dazu tendieren, sich parallel zu bewegen, wird, wenn die Silberpreise sinken, der Wert der Kassa-Position sich vermindern, jedoch der Wert der Futures-Position sich vermehren.

Das Gegenteil trifft ein, wenn der Silberpreis steigt: Ihr Silber ist dann mehr wert, die Futures-Position verliert jedoch an Wert. Sobald Ihre Mine Futures leerverkauft (shortselling), können Sie sich das als Ersatzverkauf vorstellen. Ihre Mine versucht so, einen Verkaufspreis für ihre „Cash-Position“ (Bar-Kassa-Position) zu sichern.

Beachten Sie: Der Endpreis, den Sie als Minenbesitzer erzielen, hängt davon ab, wie sich die Preisdifferenz zwischen Kassa- und Futures-Preis während des Hedges (heute bis März 2012) tatsächlich entwickelt. Die Differenz zwischen Kassa- und Futures-Preis nennt sich Basis. Deswegen ist eine Hedge-Position im Futures-Markt nicht in jedem Fall eine volle Absicherung für eine ungünstige Spot-Preisentwicklung bei Silber. Die Formel dazu: Spot-Preis minus Futures- Preis = Basis.

Der Long-Hedge

Dieser wird von Herstellern oder Verarbeitern genutzt, die einen Rohstoff kaufen müssen.