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Selbstmanagement: So treffen Sie den richtigen Ton

veröffentlicht am 22.04.2011 unter Einkauf
Kritik und Kritisieren gehören zum täglichen Brot der Einkaufsleitung

Wer mit seinen Mitarbeitern nicht Tacheles reden kann und nur auf Harmonie setzt, kommt nicht sehr weit. Weicheier mag niemand als Chef. Aus den Strafpredigten aber die Funken herauszuschlagen, die bei den Gerüffelten Lernprozesse in Gang setzen, ist die große Kunst des Kritisierens.

7 Tipps für Ihr Selbstmanagement

Zählen Sie bis 10
Bevor Ihnen die berühmte Hutschnur platzt, atmen Sie tief aus und zählen Sie mindestens bis 10. Das ist genug Zeit, um Kritikanlass und Kritikmotiv kurz zu rekapitulieren. Mit dem Donnerwetter wollen Sie Ihrem Mitarbeiter oder Kollegen ja helfen und ihn nicht einfach nur niedermachen. Geben Sie ihm oder ihr immer die Möglichkeit, das Gesicht zu wahren.

Praxis-Tipp: Zum richtigen Ton gehört auch die richtige Tonlage. Wenn Sie verärgert sind, lassen Sie es auch hören! Kritik ist keine nette Plauderei.

Die Atmosphäre muss stimmen
Schärfe ist also durchaus erlaubt, sie darf aber nicht verletzen oder Blockaden aufbauen. Mit einer sachbetonten Stimmlage liegen Sie in jedem Fall richtig.

Haben Sie noch zu viel Wut im Bauch, warten Sie mit der Aussprache besser ein paar Stunden, aber nicht länger. Der zeitnahe Kritikbezug darf nicht verloren gehen.

Betonen Sie Gemeinsamkeiten
Beginnen Sie die Aussprache, indem Sie das Problemfeld noch einmal kurz umreißen. Das und das ist schiefgelaufen ... Lassen Sie Fakten sprechen und keine Emotionen!

Machen Sie dem oder den Beteiligten frühzeitig klar, dass sie nicht vor einem Strafgericht sitzen, sondern dass es um eine gemeinsame Lösungssuche geht.

Gehen Sie ins Detail
Lassen Sie jetzt die Kritisierten zu Wort kommen: deren Standpunkte und Interpretationen zum Kritikauslöser. Wo lagen die Stolpersteine, und wer fiel warum auf die Nase?

Ohne Herzblut wird es dabei kaum abgehen. Bleiben Sie dennoch neutral. Ziehen Sie die Diskussion immer wieder auf die Sachebene zurück.

Praxis-Tipp: Kurze, knappe Sätze statt langer Predigten helfen Ihnen dabei.

Nehmen Sie Druck weg
Unterbrechen Sie den Kritisierten nur im Notfall. Wenn Sie antworten, warten Sie eine Sekunde und sprechen Sie dann langsamer als üblich. Das drosselt das Tempo und wirkt beruhigend.

Suchen Sie Lösungen
Nachdem alle Sichtweisen genannt wurden, fragen Sie nach Lösungen und Verbesserungsvorschlägen, um Konflikte in Zukunft zu vermeiden. Bewerten Sie die Vorschläge im Hinblick auf ihre Machbarkeit und ob sie für alle Parteien auch akzeptabel sind.

Stellen Sie zum Abschluss die Machbarkeit und Akzeptanz ausdrücklich heraus. Ist das nicht der Fall, setzen Sie eine 2. Aussprache an - auch die wieder so zeitnah zum Konflikt wie möglich.

Führungskräfte müssen führen
Es gibt Situationen, da sind Diskussionen und lange Erklärungen fehl am Platz. Der klare Kurs zählt, also eine Entscheidungen der Führungskraft, die Weichen stellt. Da Mitarbeiter (Menschen) unterschiedlich „ticken“, müssen Sie diese auch differenziert ansprechen.

Diese Kunst der individuellen, typgerechten Ansprache muss eine Führungskraft beherrschen und ständig weiterentwickeln.