Studie: Milliardenverluste abwenden
veröffentlicht am 05.11.2011 unter Einkauf
Die 4 Kernaussagen im Überblick:
- Knapp 67 % bewerten ihre Abteilung als eindeutig unterentwickelt.
- Nur 14 % sind mit ihrer Leistungsfähigkeit zufrieden.
- Weniger als 50 % überprüfen ihre Beschaffungen regelmäßig auf Kostensenkungspotenziale.
- Über 75 % sind nicht in F&E-Projekte eingebunden.
Der Technikfokus
Verantwortlich für die Misere macht die Agentur u. a. historische Entwicklungen. In den meisten Unternehmen (nicht nur in Deutschland) seien Einkaufsabteilungen quasi als notwendiges Übel entstanden, weil die Tüftler und Ingenieure bestimmte Teile und Materialien benötigten.Maverick Buying verbreitet
Oft genug hätten sie sich diese gleich selbst besorgt. Als berüchtigtes Maverick- Buying ist diese Beschaffungsmethode bis heute noch immer weit verbreitet. Da verwundert es kaum, dass es ebenfalls bis heute kaum klare Vorgaben gibt, was einen guten Einkäufer ausmacht, über welche Fähigkeiten der Mann oder die Frau also verfügen muss.Der Feuerwehrmann vom Dienst
Die Studie legt den Finger auch in eine andere Wunde. In den Executive-Etagen der meisten Unternehmen erinnert man sich an den Einkauf nur, wenn es brennt (z. B. in Krisenzeiten). Dann soll der Einkauf die geforderten Einsparungen im Eiltempo durchboxen. Was ihm meist auch gelingt.Feuerwehraktionen entspannen die Lage aber nur für den Augenblick; tragfähige Strukturen werden dadurch nicht geschaffen. So fehlen in den meisten Einkaufsabteilungen beispielsweise verlässliche und transparente Kenngrößen, wie sie in der Produktion gang und gäbe sind (Durchlaufquoten, Ausschuss, Maschinenauslastungen usw.).
Ein neuer Einkauf muss her!
3 Sätze durchziehen die ganze Studie:- In vielen deutschen Unternehmen wird die Bedeutung des Einkaufs nach wie vor unterschätzt.
- Dass der Einkauf immense Bedeutung für den Unternehmenserfolg hat, bleibt noch immer weitgehend unberücksichtigt.
- Oft wird der Einkauf lediglich als ausführendes Organ gesehen, statt ihn als wesentlichen Ergebnistreiber aufzuwerten.
Wie geht es besser?
Die Ersteller der Studie belassen es aber nicht bei Diagnosen, sie machen auch Therapievorschläge. Um die Leistungsfähigkeit des Einkaufs nachhaltig zu steigern, empfehlen sie z. B., ihn auf Vorstands- beziehungsweise Geschäftsführerebene anzusiedeln. Zumindest müsse er in der Wertigkeit der Forschung und Entwicklung, der Produktion und dem Vertrieb/Marketing gleichgesetzt werden.Empfohlen wird außerdem,
- alle Einkaufsaktionen (auch von C-Artikeln) immer als Prozess zu begreifen und entsprechend weiterzuentwickeln,
- bei der Einführung neuer Tools über die technischen Highlights die Mitarbeiter nicht zu vergessen (Vorbehalte durch Schulungen und Überzeugungsarbeit abzubauen u. Ä.),
- dass Global-Sourcing-Strategien nur dann sinnvoll sind, wenn sie auch von Einkäufern umgesetzt werden, die ein sehr gutes Business-Englisch sprechen.














