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Versorgungssicherheit: Toolbox und Notfallset

veröffentlicht am 04.06.2011 unter Einkauf
5 Praxistipps gegen Lieferengpässe, Lieferungsverzug und belegte Fertigungskapazitäten

Die 1. Dekade des 3. Jahrtausends dürfte allen Führungskräften (nicht nur im Einkauf) anschaulich vermittelt haben, wohin die Reise geht. Rechne täglich mit dem „schwarzen Schwan“, mit unvorhersehbaren und unwahrscheinlichen Ereignissen. Bereits im „Einkaufsmanager“ Mai/2009 hatten wir das gleichnamige Buch von Nassim Nicholas Taleb vorgestellt.
Beachten Sie: Weitsicht und Beweglichkeit sind gefragt.

5 Praxistipps zur Versorgungssicherheit

1. Neue Lieferanten finden.
Auch wenn es in den aktuellen Verkäufermärkten nicht der richtige Zeitpunkt ist - neue Lieferanten sucht man am besten in K-Zeiten (Käufermärkten, Krisen): Fahnden Sie nach zusätzlichen Lieferanten. Am besten beauftragt die Einkaufsabteilung damit externe Spezialisten.

2. Alt-Lieferanten aktivieren.
Auch hier ist der Zeitpunkt alles andere als ideal. Egal: Springen Sie über Ihren Schatten und fragen Sie anstelle von Low-Cost- Countries-Lieferanten ausgemusterte Lieferanten vor der Haustür, ob sie wieder liefern wollen. Mehr als Nein sagen können die ja nicht.

3. Die Geschäftsleitung ansprechen.
Sachbearbeiter und oft auch die Verkaufsleiter sind nicht die richtigen Kontaktstellen, wenn Sie einen Lieferanten „begeistern“ wollen. Versenden Sie keinesfalls E-Mails oder irgendwelche anonymen Anfragen per Fax.

Das geht oft unbearbeitet in der Anfrageflut unter. Telefonieren Sie unbedingt direkt mit der Geschäftsführung, und laden Sie diese schlussendlich zu einem Besuch Ihres Unternehmens ein. Nur so bauen Sie eine persönliche Beziehung zu Schlüsselpersonen auf und vermitteln diesen, wie interessant Sie als neuer Kunde sind.

4. Liefertermine sichern.
Lieferanten müssen die verfügbare Menge/Fertigungskapazität aufteilen. Natürlich spielen dabei immer die Wertigkeit eines Kunden sowie die Art der Geschäftsbeziehung eine Rolle.

Zusätzlich wird nach dem Motto „Wer am lautesten schreit ...“ verteilt. Lieferanten, die keinerlei Konsequenzen befürchten müssen, wenn sie Liefertermine platzen lassen, werden dies dann dort immer wieder tun. Beachten Sie: Ihr Liefertermin-Management - besonders bei Lieferverzug - entscheidet darüber, wie sich ein Lieferant verhält.

5. Disposition und Forecast-Planung.
Nur Lieferanten, bei denen Sie regelmäßig bestellen, haben Sie bedarfstechnisch „auf dem Schirm“. Da Lieferanten leider keine Hellseher sind, müssen Sie ständig gemeinsam an der vorausschauenden Mengenbedarfsplanung arbeiten. Mit unzuverlässigen Zahlen kann niemand planen.

Beachten Sie: Auch Lagerbestände sind hilfreich. In der Krise wurden sie leider oft zu extrem abgebaut.