Sourcing
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Sourcing: Internationale Verhandlungsbesonderheiten im Sourcing
In der internationalen Geschäftswelt ist der persönliche Kontakt unerlässlich.
Führen Sie daher keine größeren Geschäfte
durch, ohne Ihren Verhandlungspartner
persönlich zu kennen. Dabei haben
Sie es allerdings je nach Kulturkreis
und Nationalität mit völlig verschiedenen
Verhandlungs-Spielregeln und Persönlichkeitstypen
zu tun.
Im Sourcing sollten Sie beachten: Wir können keinen Kulturkreis
und keine Nationen in Bezug
auf das Phänomen Verhandlungsbesonderheit
über einen Kamm scheren. Es
gibt überall solche und solche. Dennoch
können typische Auffälligkeiten
im Verhandlungsstil, die in der Praxis
häufiger anzutreffen sind, festgestellt
werden.
-
Gesprächsart feststellen
Handelt es sich lediglich um ein Sondierungs- oder doch um ein Preis-, Jahres- oder schwerwiegendes Reklamationsgespräch?
- Berater anheuern
Bevor Sie in eine neue und/oder komplizierte internationale Sourcing Verhandlung treten, müssen Sie vorab die eventuell benötigte Unterstützung durch einen Dolmetscher, Auslandsanwalt, Botschaftsangehörigen, Kollegen vor Ort oder Importhelfer organisieren.
- Ausgangssituation für das Sourcing bestimmen
Zwecks realistischer Vorstellungen über Ihr Verhandlungspotenzial und Ihre existierenden Sourcing Chancen müssen Sie vor jeder internationalen Verhandlung die jeweilige Ausgangssituation des Lieferanten, des Beschaffungsmarktes, des Produktes und Ihres eigenen Unternehmens realistisch kennen oder klären.
Wenn Sie es beispielsweise mit einem ausländischen Lieferanten zu tun haben, der als Global Player mit einem komplexen Produkt eine Oligopol-Stellung hat und im Markt gerade eine allgemeine Hochpreissituation herrscht, sollten Sie sich als mittelgroßer Betrieb keinesfalls Illusionen machen und glauben, Preisreduzierungen bei diesem Lieferanten durchsetzen zu können.
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Amerikanische Sourcing Partner
- Relativieren Sie die übertriebene Freundlichkeit
Lassen Sie sich von der für uns oft als übertrieben empfundenen Freundlichkeit nicht täuschen und zu sehr jovial beeindrucken. Wenn eine Sourcing Verhandlung in die entscheidende Phase kommt, können Amerikaner das Tempo unerwartet verschärfen (Let´s get to the point) und sehr hart auf ihren Forderungen bestehen.
- Ordnen Sie den ständigen Optimismus in Sourcing und Verhandlungen realistisch ein
Amerikaner legen bei Sourcing Verhandlungen einen
ständigen Optimismus an den Tag, einen
so genannten Can-do-spirit (Sure we
can do this). Vergessen Sie nicht, diese unterstützenden
Vorhaben auf tatsächliche
und zufrieden stellende Erledigung hin zu
prüfen. Gerade bei Firmen in ländlichen
Gebieten sollten Sie das besprochene ein bis
zweimal wiederholen, um sicherzustellen,
dass Ihr Sourcing Partner auch
wirklich alles verstanden hat und Sie nach
wie vor im gleichen Meeting sind.
- Achten Sie im Sourcing auf Fairplay
Das Feilschen mit amerikanischen Lieferanten wird im Vergleich zu osteuropäischen Partnern in der Regel nicht von Erfolg gekrönt sein. Viele Amerikaner erwarten faire, sachliche und von gemeinsamen Interessen geprägte Gespräche. Als Erfolg versprechende Sourcing Strategie verweisen wir an dieser Stelle auf das Harvard-Modell. - Beachten Sie die ausgeprägte
Sensibilität Ihrer amerikanischen Sourcing Geschäftspartner
Viele Amerikaner sind ausgesprochen sensibel und teilweise überempfindlich. Mit einer allzu direkten Art können Sie bei einer Verhandlung das Verhältnis auf immer und ewig zerstören. Wenn Sie beispielsweise beim Nachhaken nach einem ausstehenden Liefertermin oder bei der Bearbeitung einer Reklamation in gewohnter Manier allzu barsch vorgehen, kann dies dem Amerikaner zu heftig und zu verletzend sein. Er wird dann – persönlich betroffen – nur noch das Nötigste mit Ihnen besprechen.
- Finden Sie sich damit ab, dass
einige Ihrer amerikanischen Sourcing Partner auf einem
hohen Ross sitzen
Stellen Sie sich bei Verhandlungen mit starken und wirtschaftlich florierenden amerikanischen Firmen darauf ein, dass viele dieser Lieferanten primär auf Umsatz aber zu Lasten des eigenen Gewinns keinen Wert legen und daher auf Sourcing verzichten, wenn Sie den angebotenen Preis nicht bezahlen. Viele Amerikaner können – im Gegensatz zu vielen anderen – definitiv und klar Nein sagen und unbeirrt ohne Kompromisse dabei bleiben.
- Small talk und persönliche Besuche sind wichtig für Sourcing in Amerika
Unterschätzen Sie den Wunsch von Amerikanern nach ausgeprägtem Small talk nicht. Es kann Ihnen passieren, dass amerikanische Lieferanten eine Europa-Tour machen, in der sie alle Kunden abklappern, um nur kurz „Hello“ zu sagen (Shake- hands-Besuche). Auch wenn es Ihnen zeitlich eigentlich nicht passt, empfehlen wir Ihnen dennoch, auch solche Sourcing Termine wahrzunehmen.
Auch wenn Sie beispielsweise während und kurz nach einem Sourcing Gespräch den berechtigten Eindruck haben, dass Ihr amerikanischer Lieferant etwas für Sie tun wird, seien Sie nicht zu überrascht, wenn er Sie wieder daheim von den USA aus anruft und Ihnen mitteilt, dass er nach sorgfältiger Prüfung doch nichts machen kann.
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