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Aktuelle Tipps und Informationen für Einkäufer am 24. März
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Wachstum oder Krise?
Liebe Leserin, lieber Leser,
wie stabil ist der Euro? Wird es zu einem Zusammenbruch der Gemeinschaftswährung kommen? Und wie entwickelt sich der US-Dollar unter der enormen Schuldenlast des Landes? Kein Tag vergeht, an dem nicht in Medien und Fachgremien über diese Themen diskutiert wird. In der Tat: Die Lage ist prekär. Der drohende Staatsbankrott Griechenlands und die Schieflage so mancher ost- und südeuropäischer EU-Mitgliedsländer wird die Politiker im Rahmen des am Donnerstag und Freitag stattfindenden EU-Gipfels sicher beschäftigen. Und auch wenn US-Präsident Obama gerade einen großen Sieg mit seiner Krankenversicherungsreform gefeiert hat, dürfte auch er in den kommenden Monaten enorm unter Druck stehen. Eine rasant steigende Staatsverschuldung, die drohende 'Gewerbeimmobilien-Blase' könnten den Dollar ernsthaft in die Bredouille bringen.
Eine kurze Analyse der Währungsentwicklungen gibt Ihnen Jens Holtmann, Chefredakteur des Informationsdienstes Rohstoffeinkauf aktuell, heute im ersten Beitrag. Weitere Informationen zur Wirtschaftsentwicklung finden Sie in den aktuellen Einkaufsmanager-Indices.
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Beste Grüße aus Bonn sendet Ihnen Ihre

Bettina Steffen, Chefredakteurin "Einkauf heute"
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Währungen: Macht der Euro schlapp?
Die Gemeinschaftswährung fällt auf den Stand von Mai 2009 zurück. Dafür erlebt der totgesagte US-Dollar ein Comeback. Geschuldet ist diese Entwicklung vor allem den Haushaltsproblemen der so genannten PIGS (Portugal, Italien, Griechenland, Spanien). Nicht von ungefähr munkeln einige Auguren bereits vom Zerfall der europäischen Währung. So weit wird es wohl nicht kommen. Kurzfristig aber bleibt der Euro weiter unter Druck. Erst langfristig ist Besserung in Sicht.
EUR–USD: Die Haushaltsprobleme der USA mit ihren riesigen Schuldenbergen dürften dem Dollar-Auftrieb Zügel anlegen. Die Prognosen führender US-Banken für die Dollar-Euro-Relation liegen im Schnitt bei 1,48 $ (Ende 1. Quartal) und bei 1,47 $ (Ende 2. Quartal 2010).
EUR–JPY: Japan gehört zu den am höchsten verschuldeten Ländern der Welt. Keine gute Basis, um den Yen langfristig zu stärken.
EUR–GBP: Auf genauso unsicheren Füßen steht die Aufwertung des britischen Pfunds. Die Anhebung der Mehrwertsteuer (15 auf 17,5 %) blieb nicht ohne Wirkung: Mit nachlassendem Konsum und fallender Konjunktur stiegen die Inflationszahlen.
Quelle: RohstoffEinkauf aktuell
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Logistik: Die Preise steigen wieder
Auf dem europäischen Logistikmarkt sind die Preise nicht mehr weit vom 2008er-Niveau entfernt. Hatten die Transportpreise im Februar 2009 mit einem Indexwert von 23 Punkten (von 100) ihren Tiefpunkt erreicht, ist davon nach genau einem Jahr nichts mehr übrig geblieben. Was sich zum Ende des Jahres 2009 andeutete, setzt sich im 1. Quartal 2010 fort: Einkäufer müssen inzwischen fast wieder Vor-Krisen-Preise bezahlen!
Geschuldet ist diese Entwicklung vor allem den Entwicklungen der asiatischen Stahlmärkte. Mit ihren aufgestockten Produktionszielen fragen die indischen und chinesischen Stahlkocher nicht nur mehr Erze nach, sondern auch mehr Verladekapazitäten. Von temporären Rücksetzern abgesehen, schlägt sich diese Entwicklung auch beim Baltic Dry Index (BDI, www.balticexchange.com) nieder. Seit Jahresanfang hat sich dieser wieder erholt.
Einen täglichen bzw. wöchentlichen Überblick der BDI-Indexentwicklungen bietet Ihnen auch der Web-Dienst (auf Englisch) http://stockcharts.com/h-sc/ui.
Der BDI ist ein wichtiger Preisindex für das weltweite Verschiffen von Hauptfrachtgütern und gilt als besonders anfällig für konjunkturelle Schwankungen in Schwellenländern wie China und Indien.
Aktuelle Preisbeispiele
Time:matters (www.time-matters.com) transportiert einen Herzschrittmacher innerhalb von 3 Stunden von Toulouse nach Frankfurt/Main. Preis: 432 €. FedEx (www.fedex.com/de) fliegt ein 50 kg Paket von Rio de Janeiro nach Hamburg für 1.255 BRL (493 €).
Quelle: Rohstoffeinkauf aktuell
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Einkaufsmanager-Indices: Europa hat sich abgekoppelt
Nach kurzer Wachstumsperiode fallen die Zahlen wieder moderater aus. Dabei ist die Entwicklung zweigeteilt. Die Volkswirtschaften des Emerging Markets behalten ihr Tempo bei, während die Industrieländer, vor allem Westeuropa, hinterherhinken.
USA: Der Aufholprozess setzt sich mit einem BIP-Wachstum von knapp 6 % fort. Tendenzen, die von einer neuen Investitionslust, moderaten Preisauftrieben und rückläufigen Lohnstückkosten unterstrichen werden.
EU: Nach ausgelaufenen Abwrackprämien und Konjunkturpaketen ist eine wirtschaftliche Stagnation zum Greifen nah. Die Winterfolgen tun ihr Übriges.
Japan: Die wirtschaftliche Erholung vor allem in Asien stützt die wichtigste Wirtschaftbranche, den Außenhandel.
China/Asien: Die Konjunktur zeigt sich unverändert robust (China-BIP: +10,7 % im 1. Quartal). Weiter steigende Energie- und Nahrungsmittelpreise treiben aber auch die Inflationsraten weiter in die Höhe. Dazu kommt ein steigender Aufwertungsdruck auf die Währungen.
Quelle: Rohstoffeinkauf aktuell
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Was tun, wenn die Preise wieder steigen?
Dass Einkaufen heutzutage vor allem ein Informationsberuf ist, sollte allgemein bekannt sein. Ohne detaillierte Kenntnisse des Marktes, der Branchenspielregeln und der einzelnen Lieferunternehmen ist bei der Beschaffung kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Mehr noch: Um die Versorgungssicherheit Ihres Unternehmens zu gewährleisten, ist es Ihre Pflicht, sich alle notwendigen Marktinformationen zu beschaffen – und zwar fortlaufend! Wenn es sein muss, mit täglichen Updates.
PRAXIS-TIPP
Die Suchmaschine Google bietet einen Nachrichtenservice, der Ihnen tagesgenau aktuelle News zu von Ihnen festgelegten Themenblöcken liefert. Mehr unter: www.google.de/alerts.
Wer mehr weiß, zahlt weniger
Falls Sie Rohstoffe, Industriemetalle oder Kfz-Teile in Mumbai beschaffen und nicht in Barcelona, haben Sie mit diesen Recherchen natürlich einigen Mehraufwand. In Zeiten wieder steigender Preise zahlt sich der aber doppelt und dreifach aus. Bekanntlich werden Rohstoffe und Metalle an Warenbörsen zu Tagespreisen mit entsprechenden Ausschlägen nach oben oder unten gehandelt.
Hat Ihr Lieferant zu Niedrigpreiszeiten seine Rohstoff- und Metalllager bis unters Dach vollgestopft, sprudeln seine Gewinne nur so. Denn Ihnen stellt er ja die höheren Tagespreise in Rechnung. Das müssen Sie unbedingt verhindern!
Wie gut kennen Sie Ihre Lieferanten?
Wie James Bond in geheimer Mission müssen Sie Ihre Nachforschungen ja nicht gleich betreiben. Aber wann immer es Ihnen möglich ist, werfen Sie einen ebenso langen wie genauen Blick über den Zaun Ihres Zulieferers. Nutzen Sie z. B. den nächsten Lieferantenbesuch, um etwas über die Einkaufsmethoden und -märkte Ihres Zulieferers zu erfahren. Hören Sie auch auf die Zwischentöne (und die Gespräche auf dem Flur oder im Nebenzimmer).
Vereinbaren Sie Preisgleitklauseln
Angesichts einer absehbaren Hausse werden sich viele Lieferanten nicht mehr auf einen (noch) moderaten Rohstoff-Festpreis einlassen. Vor allem bei längerfristigen Verträgen (über 1 Jahr) empfiehlt es sich, Gleitklauseln mit ihnen auszuhandeln, z. B.:
Einseitige Baisse-Klausel: Die Preise basieren auf heutigen Kosten. Sinken sie bis zum Zeitpunkt der Lieferung, sinkt auch der Preis. Steigen die Kosten bis zum Zeitpunkt der Lieferung, gilt der heute vereinbarte Preis …
Bagatellklausel: Treten während der Vertragslaufzeit Preisveränderungen ein, werden diese nur wirksam, wenn der neue Preis vom vereinbarten Preis um mindestens –2 % oder +2 % (Beispielzahlen) abweicht …
Selbstläufer sind Preisgleitklauseln allerdings nicht. Das Ausarbeiten ihrer Inhalte kostet nicht nur viel Zeit, es setzt von der Lieferantenseite auch einigen Kooperationswillen voraus. Behalten Sie bei Ihren Entscheidungen für oder gegen eine Klausel immer das Zusammenspiel von Zeit und Preisverlauf im Auge. Dann fahren Sie am besten.
PRAXIS-TIPP
Einigen Sie sich bei der vertraglichen Formulierung einer Preisgleitklausel mit Ihrem Lieferanten unbedingt auf eine verbindliche und für beide Parteien zugängliche und vor allem auch sprachlich verständliche Datenquelle.
Quelle: Rohstoffeinkauf aktuell
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