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EINKAUF-HEUTE
Aktuelle Praxis-Tipps zum nationalen und globalen Einkauf
 
 
Lesen Sie in dieser Ausgabe von Einkauf heute
 
 
Abwrackprämie nach China-Art

Liebe Leserin, lieber Leser,

während wir hierzulande bereits über ein Wirtschaftwachstum von 1 bis 3 Prozent in Jubel ausbrechen, legen die Chinesen die Messlatte etwas höher: Für das erste Quartal rechnet man im Reich der Mitte mit einem Wachstum von 12 Prozent. Zu diesem Wachstumsschub hat nach Expertenmeinung entscheidend das staatliche Konjunkturprogramm beigetragen.

Klotzen statt Kleckern gilt auch die Devise, die die Chinesen beim Rohstoffeinkauf auf internationalen Märkten verfolgen: Die jüngste chinesische Importstatistik für das Jahr 2009 zeigt, dass nirgendwo so viel eingekauft wird, wie im Reich der Mitte.

Die Erdöl-Importe legten um knapp 14 % zu, die Eisenerzimporte kletterten um über 40 %, die Einfuhren von Kupfer nahmen um 63 % zu und die Aluminiumimporte erhöhten sich sogar um 164 %. Jens Holtmann, Chefredakteur des Fachinformationsdienstes Rohstoffeinkauf aktuell, interpretiert die Shopping-Tour der Chinesen so: Gestiegene Importe bedeuten nicht gleich gestiegene Nachfrage. In China werden Rohstoffe gehortet. Weitere Hintergründe erfahren Sie heute im ersten Beitrag.

Dass - trotz vorsichtiger Prognosen - auch die deutsche Wirtschaft wieder anzieht, legen die aktuellen Zahlen des BME/Markit Einkaufsmanager Index nahe: Die Forscher sprechen sogar von Rekordumsätzen in der Industrie. Es bleibt also spannend - wir informieren Sie zeitnah über die aktuellsten Trends und Entwicklungen.


Beste Grüße sendet Ihnen

Ihre

Bettina Steffen, Chefredakteurin "Einkauf heute"
 
 
 
Die neue Dimension des globalen Einkaufs

Noch nie war eine strategische Beschaffung so wichtig wie heute: Über Jahre war das Pendel der Globalisierung zu Gunsten der westlichen Industrieländer ausgeschlagen. In den Schwellenländern waren die Rohstoffe billig und die Lohnstückkosten eine Bagatelle.

Jens Holtmann, Chefredakteur des Fachinformationsdienstes Rohstoffeinkauf aktuell, zur Lage: "Nun schlägt das Pendel zurück. Nicht nur die Preise steigen in allen Kategorien, die Schwellenländer selbst wandeln sich auf breiter Front vom Lieferanten zum Verbraucher. Allen voran Indien und die Volksrepublik China."

Der China-Faktor
Das Reich der Mitte ist die älteste Handelsnation der Erde. Wie weit dort die Emanzipation vom Westen bereits fortgeschritten ist, hat die letzte Weltwirtschaftkrise gezeigt. Während die G7-Staaten in Schockstarre verfielen, legten sich Chinas Einkäufer erst recht ins Zeug. Keine Rezession, keine Finanzkrise und keine Preiskapriolen konnten sie aufhalten.

Was sich spontan und unkoordiniert anhört, wurde (und wird) von langer Hand inszeniert und in eine strategische Generaloffensive eingebunden. Denn neben den Rohstoffeinkäufen im großen Stil steckten die chinesischen Staatsunternehmen auch bei den Quellen ihre Claims ab! Bspw. bei den lateinamerikanischen, pazifischen und afrikanischen Erzminen, Ölförderern und Raffineriebetrieben. Auf diese Weise macht Peking die globale Beschaffung immer mehr zum Politikum.

Die globale Beschaffung wird schwieriger

Worauf sich z. B. Einkäufer von Seltenen Erden gefasst machen müssen, zeigt eine Ankündigung des chinesischen Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) vom vergangenen September, nach der China alle Sondermetallexporte kürzen bzw. ganz stoppen werde. Neben den politischen Unwägbarkeiten verstärken sich auch die Tendenzen hin zu oligopolistischen oder gar monopolistischen Rohstoffmärkten. In manchen Ländern (z. B. Demokratische Republik Kongo) kommt obendrein eine Beschaffung einem Himmelfahrtskommando gleich.

Verfügbarkeit, das neue Beschaffungskriterium
Die absehbare Verknappung der meisten Rohstoffe wird die Preise auf breiter Font in die Höhe treiben. Für Lieferanten ein gefundenes Fressen, zusätzlich zu ihren Gunsten an der Preisschraube zu drehen. Als Einkaufsprofi verfügen Sie natürlich über das notwendige Handwerk, um diese Erhöhungen in Grenzen zu halten.

Neu aber wird sein, dass Sie bei etlichen Rohstoffen (z. B. Sondermetallen) allein über den Preis nicht viel weiterkommen. Neben der Liefermenge werden Sie als entscheidendes Kriterium die Verfügbarkeit zu beachten haben! Wenn bspw. China seine Indium-Ausfuhren einstellt, bleiben globalen Einkäufern von heute auf morgen beinah zwei Drittel der Weltmarktkapazitäten verschlossen.

Optimieren Sie Ihre Einkaufsstrategien

Ein Beschaffungsmanagement ist auch immer ein Risikomanagement. Wer heute vorsorgt, wird morgen der Gewinner sein. Wichtige Bestandteile eines solchen Managements sind:
  • Fortlaufende Analysen des direkten und indirekten Verbrauchs.
  • Austausch teurer Materialien durch billigere mit gleichen Qualitätsparametern bis hin zur kompletten Substitution.
  • Zwischenhändler ausschalten.
  • Lieferketten optimieren (Transport- und Lagerhaltungskosten senken).
  • Lieferanten zu Partnern machen.
  • Kooperationen mit Import-Dienstleistern.
Erfahren Sie mehr über die aktuellen Bewegungen auf internationalen Märkten unter www.ekalog.de/rohstoffeinkauf/

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Einkaufsprofi packt aus: Wo Sie 2010 im Einkauf wirklich punkten können

Welche Lieferländer sind die neuen Geheimtipps für clevere Einkäufer? Wohin bewegen sich die Preise in diesem Jahr? Und mit welchen Verhandlungs-Tricks und -Kniffen sichern Sie für Ihr Unternehmen die besten Konditionen? Antworten auf diese und viele weitere Fragen verrät Ihnen Einkaufs-Profi Jens Holtmann im EinkaufsManager.

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Link-Tipp: Neue globale Lieferantendatenbank

Jens Holtmann, Chefredakteur des Informationsdienstes EinkaufsManager, hat sich einen neuen Online-Recherchedienst des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) angeschaut. Der Verband hat jüngst eine globale Lieferanten-Datenbank mit Namen BME QualitySourcing ins Netz gestellt. Vom Start weg verfügt das neue Online-Portal über 400 zertifizierte Lieferanten aus China, Indien, Indonesien, Thailand und Taiwan mit dem Schwerpunkt Low-Cost-Country-Sourcing. Nach dem Probelauf sollen es 10-mal so viele sein, dann auch mit Lieferquellen aus Osteuropa sowie Nord- und Südamerika.

Bevor Zulieferer den Sprung in die Datenbank schaffen, werden sie von einem BME-Team „anhand eines standardisierten detaillierten Qualitätsschemas” auf Herz und Nieren geprüft, erklärte Holger Hildebrandt, Hauptgeschäftsführer des BME, bei der Vorstellung des neuen Portals. Mit von der Partie seien dabei der TÜV Rheinland mit seinem Rating-System „TÜV Rheinland Star”, das Suzhou Industrial Park Administrative Committee (China) sowie der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik in Österreich (BMÖ).

Beachten Sie
: Den englischsprachigen Service können BME-Firmenmitglieder kostenfrei nutzen. Nichtmitglieder zahlen 1.000 € pro Jahr für 3 Nutzungs-Accounts.


 
 
 
Stromeinkauf: Finden Sie in der EU Anbieteralternativen

In nahezu allen EU-Staaten verlangen die Stromanbieter weniger als in Deutschland. „Mit einem gemeinsamen Markt hat das wenig zu tun”, konstatiert der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK, www.vik-online.de). Die Großhandels-Strompreise sind 2009 zwar insgesamt gesunken, der Vorteil wird allerdings durch höhere Netzentgelte sowie die Förderung erneuerbarer Energien wieder aufgezehrt.

Folgende Tipps gibt Ihnen Jens Holtmann, Chefredakteur des Fachinformationsdienstes Rohstoffeinkauf aktuell, für einen kostensparenden Energieeinkauf:
  • Fragen Sie europaweit nach.
  • Nutzen oder gründen Sie Regional-Pools.
  • Schließen Sie sich einem Branchenverband an.
PRAXIS-TIPP
Legen Sie Ihrem Anbieter die Konkurrenzpreise auf den Tisch und verlangen Sie Nachlässe.



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Markit/BME-Einkaufsmanager-Index: Frühjahr bringt Aufschwung

Ist die Talsohle durchschritten? Das legen zumindest die neuen Zuwächse bei Auftragseingang und Produktion in der deutschen Industrie nahe.  Der saisonbereinigte Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) stieg binnen Monatsfrist um weitere drei Zähler auf 60.2 und damit auf ein Zehn-Jahreshoch an.

Die erfreuliche Aufwärtsentwicklung dauert bereits seit gut einem halben Jahr an: Nachdem die Produktion im Januar und Februar enorm hochgefahren wurde, steigerten die Branchenakteure ihre Erzeugung im März so stark wie nie zuvor in der 14-jährigen Umfragegeschichte. Der Teilindex Leistung lag im Berichtsmonat bei saisonbereinigt 64.2 (Vormonat: 61.1) Punkten. Ausschlaggebend hierfür war in erster Linie der massive Zuwachs an Neuaufträgen.

Weitere Entwicklungen im Überblick;
  • Global Player und KMU verzeichneten bei Neuaufträgen ein neues Rekordhoch.
  • Die meisten Neuaufträge gingen bei den Investitionsgüterherstellern ein.
  • Kräftig anziehende Exportnachfrage brachte deutschen Firmen so starke Zuwachsraten wie nie seit Umfragebeginn im April 1996. Zugute kam ihnen dabei der schwache Außenwert des Euro gegenüber dem Dollar.
  • Die massive weltweite Nachfrage nach Vormaterialien und Rohstoffen führte zu Lieferengpässen. Dadurch zogen die Einkaufspreise im März kräftig an und erreichten mit 68.0 (Vormonat: 62.8) Zählern den höchsten Wert seit August 2008.
  • Die Verkaufspreise konnten mit einem Wert von 51.0 (50.7) hingegen nur moderat angehoben werden, da der intensive Wettbewerb die Preismacht der Firmen immer noch beschränkte. Der saisonbereinigte Teilindex erreichte in etwa wieder das Niveau von Oktober 2008.
Weitere Details erfahren Sie auf den Seiten des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik


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